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Malte

Meine Welt



Dienstag, 19. Juli 2011

Unendliche Weiten

Von letrasso, 20:48
Ein Ende der Strasse ist nicht in Sicht. Die Kabel der Strommasten verschwimmen hinten  am Horizont mit den Fahrbahnmarkierungen und dem Blau des Himmels zu einem Punkt. Es müssen bis dahin mehrere Hundert Kilometer sein und ich habe nicht das Gefühl weiterzukommen. Stattdessen verändert sich gar nichts. Es bleibt immer unerreichbar. Egal, wieviele Schritte ich tue, wie schnell ich gehe. Ein Auto fährt an mir vorbei und verschwindet im Nichts. Plötzlich erstarre ich in einer Bewegung, während die Sekunden nicht vorbeizugehen scheinen. Ich hänge fest im Raum und wünschte, jemand würde mir sagen warum. Es wird langsam dunkel. Die Nacht bricht herein. Die Zeit vergeht ohne mich. Ich glaube, niemand den ich kenne war schon mal hier, also wen könnte ich anrufen. Und überhaupt: eine Handlung erfordert zu viele Schritte als das ich sie ausführen könnte. Ich sehe keinen Weg, der rechts oder links abbiegt und mich woanders hinbringt. Und hinter mir spiegelt sich das Bild von vorne. Ich habe die Orientierung verloren.

Mittwoch, 13. Juli 2011

Löcher graben

Von letrasso, 09:32
Ich muss ein sehr tiefes Loch graben. Von der Schippe habe ich Schwielen an den Händen. Ab und zu nehme ich die Spitzhacke und lockere damit den harten Boden auf. Hebe sie hoch über meinen Kopf, packe sie mit beiden Händen und ramme sie schwungvoll in den Boden. Dabei singe ich: Day-o, day-ay-ay-o, Day-light come and we wango home. Day, me say day, me say day, me say day, me say day, me say day-ay-ay-o, Day-light come and we wango home. Immer im Rhythmus bleiben. Bei der Dunkelheit sehe ich gar nicht nicht wie tief ich schon gegraben habe. Es müssen mehrere Meter sein, jedenfalls wird es schwer hier herauszuklettern. Um Hilfe zu schreien ist lächerlich, dafür bin ich schon zu alt. Also was nun. Ich grabe weiter. Durch die verschiedensten Schichten, an Skeletten vorbei. Ich finde sogar einen Schatz voller Münzen und Edelsteinen, aber was nützt mir der hier unten.