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Malte

Meine Welt



Mittwoch, 17. August 2011

Diplomatie

Von letrasso, 09:17
Wenn dieses Gespräch nicht bald vorbei ist, habe ich den ganzen Erdbeerkuchen aufgegessen. Ich verstehe überhaupt nicht, warum er die Zeit so hinauszögert, als wäre das hier ein besondere Abschied ohne Wiedersehen. Vielleicht will er nicht gehen, will deutlich zeigen, dass er interessiert an einer Wiederholung ist. Dabei hängt mir die Litanei schon seit Jahren zum Hals raus und ich ertrage sie nur in dem ich esse. Kekse, Kuchen, Schokoladeneier, eine Praline – alles andere wäre Völlerei und eine Dreistigkeit. Zumal ich hier noch nicht mal Willkommen bin, nur geduldet, als Mitglied dieses Vereins. Ziemlich mies sowas, aber ich sage trotzdem Hallo und frage nach den Befindlichkeiten. Das beste kommt immer zum Schluss, der Abschied und alle sind zufrieden. Jetzt, da sie am meisten Abstand von einander haben, können wir ja endlich die Masken abnehmen, unter denen ich so schwitze. Was für eine Erleichterung. Moment, ich merke wie mir ganz schlecht wird.

Samstag, 13. August 2011

Sonnenbrand

Von letrasso, 09:40
Die Sonne brennt auf meiner Haut. Es gibt kein Entkommen, keinen Schatten. Auf meiner rechten Schulter entfacht ein Feuer. Ich renne schnell ins kalte, dreckige Wasser. Das löscht die Flamme und lindert die Schmerzen. Doch durch die Reflexion der Wasseroberfläche ist die Strahlung um ein vielfaches erhöht. Eine unsichtbare Gefahr. Ich nehme meinen letzten Atemzug und tauche tief bis auf den Grund. Dann weigere ich mich wieder hinaufzusteigen. Ich setze mich auf einen alten Gummireifen, den hier wohl jemand entsorgt hat und lehne meine verschränkten Arme auf die Knie, als würde ich auf der Toilette sitzen oder beleidigt sein. Das bin ich aber nicht, obwohl es so aussieht. Ich habe einfach aufgegeben zu atmen. Schließlich kann mich ja keiner dazu zwingen. Ein paar Forellen wundern sich und schauen misstrauisch, als ob ich hier wäre, um sie zu bestehlen oder anzubetteln. Ein einzelner Stör staunt interessiert. Wenn ich hier bleibe wird er vielleicht Kontakt aufnehmen. Immerhin besser als alleine zu sein.